In die Herzen der Zuhörer hinein gesungen

ANSBACH. Über 20.000,- Euro Reinerlös für die Palliativstation des Klinikums Ansbach erbrachte das Benefizkonzert, das die Windsbacher gemeinsam mit dem Organisten Rainer Goede jetzt in der voll besetzten Ansbacher St. Gumbertus-Kirche gaben.
 
Dankbarer Empfänger dieses Betrages ist die Palliativstation im Ansbacher Klinikum. Deren Leiter Dr. Harald Scheiber freute sich über das große Publikumsinteresse an diesem Abend: „Ich bin überwältigt. Das ist auch eine wichtige Anerkennung für die Arbeit unseres Teams“, sagte der Arzt nach dem Konzert. Mit dem Erlös sollen Supervision und Fortbildungen für das 19-köpfige Palliativ-Team unterstützt, die Ausstattung der Station mit derzeit acht Betten verbessert und Wünsche der schwerkranken Patienten erfüllt werden.
 
„Schon toll“, kommentierte Chorleiter Karl-Friedrich Beringer die Aufmerksamkeit, die der Chor mit seinem Auftritt erzielen konnte und auch die erzielte Summe. Im Mittelpunkt des Programms standen Motetten, in denen die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Facetten menschlichen Leidens ausgeleuchtet wurden. Somit schlug der Chor eine Brücke zu den Menschen, denen sich die Palliativstation in Ansbach widmet.
 
Die Partnerschaft zwischen der Palliativstation und den Windsbachern existiert schon länger. Beringer sieht sein Ensemble, das ja auch einen geistlichen Auftrag habe, in der Pflicht, sich gerade für diejenigen zu engagieren, denen man ansonsten meist wenig Aufmerksam schenke, auch, weil man kaum etwas über diese Menschen und ihr Schicksal wisse: „Wenn wir es schaffen, uns in die Seelen der Menschen hinein zu singen, haben wir auch für die todkranken Menschen auf der Palliativstation im Ansbacher Klinikum viel erreicht.“ Jeden könne es treffen, erklärt Beringer seine und die Motivation des Chores, sich hier mit ihren Mitteln zu engagieren: „Hier müssen wir einfach etwas tun.“
 
Palliativmedizin ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden oder bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Sie greift zu einem Zeitpunkt, an dem die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt.
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