Zwischen Jetlag und Erinnerung (6)

WINDSBACH. „... ich mich jetzt mal auf den Weg zu meinem letzten chinesischen Abendessen.“ So hätte der letzte Bericht aus China geendet, wenn unser China-Korrespondent Maxililian Rüb nicht hätte aufhören müssen. Mittlerweile ist der Chor wieder in Good old Germany angekommen, und Maximilian hat seinen Computer wieder für sich alleine! Garantiert und ohne Zeitlimit! Für alle, die diesem Internetblog treu geblieben sind, gibt es an dieser Stelle den Abschlussbericht.
Wir alle waren sichtlich froh, wieder in Deutschland zu sein. Der Jubel vieler Familien am Frankfurter Flughafen trieb vielen von uns die Tränen in die Augen und so konnte man am Terminal 2 viele glückliche Menschen sehen, die sich in den Armen lagen und glücklich waren, sich wohlbehalten wiederzusehen! Nach der Ankunft standen drei Dinge im Vordergrund: Duschen, Essen, Schlafen! Die Reihenfolge konnte ja jeder ab jetzt wider selber festlegen, ich habe sie mal nach meiner Prioritätsauffassung aufgeschrieben. Aber für viele war eine Mütze Schlaf wohl erst mal das Wichtigste nach elf Stunden Flug!
 
Mehr oder weniger erholt bin ich dann auch am nächsten Morgen gegen halb elf aufgestanden und habe mich auf ein nahrhaftes Europäisches Essen gefreut. Als ich auch nach ausgiebigem Suchen niemand im Haus entdecken konnte, ist mir klar geworden, dass für die anderen Mitbewohner des Haushalts gerade mal die Ortszeit 4.30 Uhr aktuell war – was Schlafen bedeutet und somit meinem Essen zunächst einen Strich durch die Rechnung machte. Die „Rückumstellung“ gestaltete sich also deutlich schwieriger als andersherum. Das hieß für die nächsten Tage: Früh zu Bett gehen und ebenso früh aufstehen!
Mittlerweile bin ich ja wieder in Windsbach und so weit ich gesehen habe, sind alle wieder frisch und munter hier angekommen. Alle haben ihre Ferien scheinbar noch genutzt, um sich von den Strapazen der Reise zu erholen und ihren Familien unsere Erlebnisse explizit zu schildern! Auch ich für meinen Teil habe in den letzten Ferientagen nicht nur die weichen Betten und das Essen wieder genossen, sondern den ganzen Alltag, insofern er nach einer solchen Reise wieder eingekehrt war, aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen gelernt: Den Wasserhahn aufdrehen und es kommt Trinkwasser! Durch die Stadt spazieren ohne alle zwei Minuten die Nase rümpfen zu müssen. Oder einfach nur in den Himmel zu schauen und diesen dort auch zu sehen – ohne Dampf oder chemischen Nebel dazwischen!
Trotzdem: Wir hatten eine tolle Reise mit einzigartigen Erlebnissen, mit Menschen, die uns offen aufgenommen haben und die wir mit unserer Musik begeistern konnten. Diese Ereignisse und Begegnungen kristallisieren sich nach diesen paar Ruhetagen heraus. Die ganzen Eindrücke konnten sich setzen und nach und nach drängen sich die wichtigen Dingen in den Vordergrund, während der Ärger über einen übel riechenden Bus zum Beispiel als unwichtiges Detail in den Hintergrund rückt. Schließlich kann nicht jeder im Supermarkt sein normales europäisches Geld mit einem Yuan verwechseln und dann sagen: „Jaja, ich war in China!“
 
Eine aufregende Reise ist nun zu Ende! Jetzt geht die Schule wieder los und auch wenn der Alltag nach einiger Zeit wieder eingekehrt sein wird, hat uns diese Reise, wie eigentlich alles mit dem Chor, wieder einmal mehr geprägt. Auch wenn das Korrespondieren mit der Heimat immer recht zeitaufwändig war und nach manchem Konzert auch nervenaufreibend, habe ich meinen Job als Schreiberling sehr genossen! Vielen Dank an alle, die uns mit dem Internettagebuch quasi mental begleitet haben und für die vielen positiven Feedbacks!
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