Zum Abendessen einen heißen Hund (2)

GOUANZHOU. Hohe Temperaturen um die 32 Grad, eine enorme Luftfeuchtigkeit, jede Menge Feinstaub und tatsächlich einen „Hot Dog“ zum Abendessen. Trotzdem überzeugen die Windsbacher ihr chinesisches Publikum mit deutschen Volksliedern.

 

 

Fünfter Tag
Gouangzhou! Die nächste Stadt auf unserem Tourplan erreichten wir mit einem Inlandsflug mit China Eastern Airlines. Hier konnte man den Unterschied zur Lufthansa wieder deutlich feststellen: Die Tatsache, dass die Maschine mit 45 Minuten Verspätung startete sprach, für sich. Da hielt ich es für besser, den Rest des Fluges konsequent zu verschlafen…

 
Das Klima in Gouangzhou war tropisch:  Temperaturen um die 32 Grad gepaart mit enormer Luftfeuchtigkeit und jeder Menge Feinstaub machten vielen von uns zu schaffen. Das Mittagessen erwies sich hingegen als kleine Oase in einem Land, in dem man weder Sprache, Schrift noch fremde Gewohnheiten kennt: Man hatte uns in ein westliches Restaurant zum Essen eingeladen. Mit gebratenem Reis und Steak konnten wir uns für den ersten Einkaufsbummel stärken.
 
Auf den Straßen werden Schmuck, Klamotten und Schuhe zu Schleuderpreisen angeboten: Nike-Schuhe für 39 Yuan (knapp 4 Euro!) und Adidas-T-Shirts für 30 Yuan werden an vielen Ständen lautstark angepriesen – natürlich alles „Originale“… Kurzum: Alle hatten ihren Spaß beim Handeln und Feilschen wie auf einem persischen Markt.
 
Am nächsten Tag stand unser zweites Konzert der Tour an. Durch das Frühstück, das uns durch jede Menge Exotik überraschte, wurden wir wieder auf den Boden der asiatischen Tatsachen zurück geholt: Maiskolben und gekochte Eier etablierten sich zum Hauptnahrungsmittel an der Frühstückstafel.
 
Danach folgte unsere tägliche Probe. Diese fiel an diesem Tag eher kurz aus, da uns die überhitzte Disco des Hotels nicht der Ort schien, um konzentriert arbeiten zu können. Bei der Probe im Konzertsaal der Grand Opera, der eine kleine Ausführung der Berliner Philharmonie ist, klappte alles jedoch recht gut, was auf ein erfolgreiches Konzert hoffen ließ.
 
Das Konzert war in der Tat wieder voller schöner Momente und schien auch dem chinesischen Publikum sehr zu gefallen! Als Belohnung war wieder Essen im westlichen Stil angesagt, bei dem sich auch einige trauten einen „Hot Dog“, also einen heißen Hund zu bestellen, der sich aber glücklicherweise als die amerikanische Spezialität entpuppte.

Sechster Tag

Heute stand die Fahrt nach Zhongshan an. Der Bus hatte ein wenig den Geruch eines Fischtransporters angenommen und wurde daher von uns nur missmutig bestiegen. Das sind eben die unschönen Seiten des Tournee-Alltags. Doch auch diese Fahrt war nach zwei Stunden überstanden. Nach der obligatorischen Mittagsruhe hatten wir auch heute Abend wieder ein sehr gelungenes Konzert.
 
Da der chinesische Computer in der Lobby des Hotels nicht nur eine andere Tastatur besitzt und die meisten meiner westlichen Worte in wunderschöne aber unverständliche Schriftzeichen übersetzt, ist das Schreiben nicht ganz einfach. Außerdem haben wir jetzt schon 0.30 Uhr und Tenöre müssen auch mal ins Bett. Deshalb erlaube ich mir jetzt Schluss zu machen und Euch über die weiteren Geschehnisse im nächsten Bericht in Kenntnis zu setzen. Von uns allen ganz liebe Grüße in das weit entfernte Deutschland. Auch der Chef lässt alle ganz lieb grüßen!
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