Dirigent setzt auf Kontinuität
Der erste öffentliche Auftritt des Chores unter dem neuen Leiter wird am 9. März um 19 Uhr die Lorenzer Motette in Nürnberg sein. Anschließend sind A-cappella-Konzerte mit geistlicher Musik in Bayern und ein Auftritt im schweizerischen Interlaken geplant. „Deutsche Volkslieder“ stehen auf dem Programm einer Konzerttournee in die Volksrepublik China, zu der Lehmann mit 50 Chorsängern Ende Mai aufbricht.
Parallel zu den Konzerten will der neue Chorleiter verstärkt um Nachwuchs werben: „Wir bieten den Jungen hier in Windsbach nicht nur eine hervorragende Musikausbildung, sondern auch Schulunterricht in besonders kleinen Klassen, eine individuelle pädagogische Förderung und vielfältige Freizeitaktivitäten. Das möchten wir Kindern und interessierten Eltern nahe bringen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, will Lehmann intensiver mit Schulen und Kirchengemeinden zusammen arbeiten und geeignete Jungen früher als bisher für das Singen begeistern.
Der „Neue“, Martin Lehmann, wurde musikalisch beim Dresdner Kreuzchor und später an der Musikhochschule Dresden geprägt und ausgebildet. Seit 2005 leitete er mit der Wuppertaler Kurrende bereits erfolgreich einen profilierten Knabenchor. Der verheiratete Vater von zwei Töchtern ist mit seiner Familie zwischen Weihnachten und Silvester im Haus des Chorleiters in Windsbach eingezogen und blickt optimistisch in die Zukunft: „An der neuen Aufgabe reizt mich die Intensität der täglichen Probenarbeit, die künstlerische Möglichkeiten eröffnet wie sie nur wenige Chöre bieten.“
1973 in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) geboren war Martin Lehmann von 1983 bis 1992 Sänger im Dresdner Kreuzchor, wo er übrigens schon einmal unter seinem Vorgänger Karl-Friedrich Beringer gesungen hat: Als diesen ein Ruf erreichte, die Leitung des berühmten Knabenchores zu übernehmen und er ein einwöchiges Probedirigat absolvierte, war Lehmann Männerstimme in Dresden.
An das Abitur und den Zivildienst in Hamburg schloss sich ein Auslandsaufenthalt in Südamerika an. Ab 1995 studierte Lehmann zunächst Musikwissenschaft, an der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden und anschließend Chorleitung bei Prof. Hans-Christoph Rademann. Während dieser Zeit war er erst Mitglied und später künstlerischer Assistent des Dresdner Kammerchors sowie Mitbegründer und Künstlerischer Leiter des Kammerchors „cantamus dresden“.
2000 erhielt er das Rudolf-Mauersberger-Stipendium. Von 2000 bis 2005 hatte er einen Lehrauftrag für künstlerische Assistenz im Chor der Dresdner Musikhochschule inne. Dem sehr guten Diplomabschluss 2001 folgte ein Aufbaustudium in den Fächern Chorleitung und Orchesterdirigieren an der Dresdner Musikhochschule, das Lehmann 2004 in einem Konzertexamen „mit Auszeichnung“ beendete.
Von 2001 bis 2005 leitete er die Schola Cantorum Leipzig sowie den Kinder- und Mädchenchor der Stadt Leipzig. Seit 2005 war er dann Musikalischer Leiter des Knabenchors Wuppertaler Kurrende und seit 2008 Musikalischer Leiter des Kammerchores „amici del canto“ in Wuppertal.
Unter seiner Leitung sind bereits viele der großen Chorwerke aufgeführt worden: 2003 und 2004 dirigierte er Bachs Weihnachtsoratorium, 2006 leitete er die Aufführung der Markuspassion von Reinhard Keiser, 2008 Bachs Johannespassion, Vivaldis Gloria und Magnificat, 2009 Frank Martins Messe für Doppelchor, 2010 Bachs Motetten und 2011 Leonhard Bernsteins „Chichester Psalms“. In Windsbach gilt seine Aufmerksamkeit in den ersten Monaten der Pflege der geistlichen A cappella-Musik und Deutschen Volksliedern für die China-Reise Ende Mai.
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