Windsbacher gedenken der Katastrophenopfer

BAMBERG (16. März 2011). Mit einer Schweigeminute im Gedenken an die Opfer der Naturkatastrophe in Japan endete in Bamberg das erste einer Reihe von Konzerten mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms, die der Windsbacher Knabenchor gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern sowie den Solisten Jutta Böhnert und Thomas Laske derzeit zur Aufführung bringt.
 
Totenstille herrschte im Konzertsaal, als die letzten Töne des Requiems verklungen waren. Auf Applaus wurde aus Respekt vor den Opfern verzichtet: Nachdem sich das Publikum und die Mitglieder des Orchesters von ihren Plätzen erhoben hatten, traten die Musiker von der Bühne ab und waren genauso ergriffen wie die fast 1.400 Zuhörer, die zuvor Brahms‘ Requiem gehört hatten.
 
Die Idee zu dieser würdevollen Geste des Gedenkens kam aus den Reihen der Bamberger Symphoniker: Zum einen musizieren hier einige Künstler aus Japan, zum anderen fühlt man sich diesem Land und seiner Bevölkerung auch durch zahlreiche Auftritte vor Ort tief verbunden. Der Windsbacher Knabenchor bereiste Japan im Jahr 1995.
 
Als die Sänger mit den Proben für die Konzerte in Bamberg und Ansbach (sowie drei Wochen später in Spanien) begannen, war die Katastrophe in Japan noch nicht geschehen. Chorleiter Karl-Friedrich Beringer ist sich sicher: „Dieses Werk hat eine erschreckende Aktualität.“ Textpassagen wie die im dritten Satz des Requiems intonierte Erkenntnis „Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben“ ließen sich unmittelbar auf das Geschehen in Japan übertragen.
 
Mit diesem Konzert und dem Verzicht auf Applaus – auch die anderen Konzerte in Deutschland sollen so beendet werden – wollen die Windsbacher gemeinsam mit den Orchestermusikern und Solisten zeigen, dass sie in Gedanken bei den Opfern und ihren Hinterbliebenen sind und das Werk als musiziertes Gebet für Japan und seine Menschen verstanden wissen: „Mehr können wir nicht tun“, erklärt Karl-Friedrich Beringer sichtlich ergriffen.