Empfang durch Königin Sofia (3)

MADRID. Meinen letzten Bericht schrieb ich kurz vor der Abfahrt zum Konzert in Madrid. Auch an diesem Abend wurden wir wieder vom Publikum bejubelt. Die Spanier sind ein sehr emotionales Volk. Sie legen wert darauf ihre Meinung auch laut und deutlich kund zu tun. Dies äußert sich in lauten „Bravo“-Rufen und jeder Menge Applaus.
 
Das Highlight des Abends war der Besuch der Königin. Kurz vor Konzertbeginn nahm sie unter Applaus des Volkes ihren Platz in einem der oberen Ränge ein. Wegen des hohen Besuchs kam in manch einem sogar wieder einmal ein kleiner Anflug von Lampenfieber wie beim allerersten Konzert auf. Eine kleine Auswahl von uns, darunter die Abiturienten, war sogar eine kleine „Privataudienz“ bei ihrer Majestät in der Konzertpause vergönnt. Nach einem kurzen „Shake Hands“ erkundigte sich Königin Sofia, die ja hervorragend Deutsch spricht, nach allem was mit dem Chor zu tun hat. Auch unsere Kleinsten standen Rede und Antwort und machten eine gute Figur. Königin Sofia ist eine sehr angenehme Persönlichkeit, die uns durch ihre natürliche Art begeisterte.
 
Am nächsten Tag stand das Konzert in Burgos auf der Tagesordnung. Die Stadt versprüht durch ihre kleinen Gässchen und mit Natursteinen gepflasterten Straßen eine heimelige Atmosphäre. Mitten im Stadtkern am Plaza de Santa Maria befindet sich die Kathedrale des Ortes. Im Inneren bietet sich dem Besucher ein Bild, das er nicht so schnell mehr vergisst: Die zahlreichen Nebenkapellen sind mit ornamentgezierten und bis ins Detail vergoldeten Altären geschmückt. Im Mittelschiff erhebt sich vor dem dunkelbraunen, filigran geschnitzten Chorgestühl der meterhohe goldene Hauptaltar, an dessen Spitze der gekreuzigte Christus über verschiedenste Szenen des Alten und neuen Testaments steht. Alles wird in ein goldenes Licht getaucht, das durch die symmetrisch angeordnete Kuppel fällt – wahrlich majestätisch!
 
Am Abend trafen wir in der Konzerthalle ein, die sich als Halle einer Bankfiliale entpuppte. Trotz des Blickfangs der Geldautomaten neben der Bühne hatte der Saal durch die Säulen und Bögen in der Architektur doch ein gewisses Flair, das gut mit dem Gloria von Vivaldi harmonierte.
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