Auf der Zielgeraden in die Stadt der Stierläufe (4)

CASTELLON/PAMPLONA. Bevor die Windsbacher das erlernte „Adiós“ wieder mit dem fränkischen „Ade“ tauschen, steht noch ein letztes Konzert in der Stadt der Stierläufe auf dem Programm. Doch statt dieser tierischen Hatz singen sie lieber Mozart und Schubert, wie unser Korrespondent Maximilian Rüb zu berichten weiß.
 
Wir steigern uns von Konzert zu Konzert! In Girona traten wir in dem Konzertsaal auf, in dem wir schon vor zwei Jahren mit der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach gastierten. Wir hatten eine schöne Aufführung, was auch vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurde. Am Abend gab es für uns ein ganz persönliches Highlight: Da bisher relativ oft Pommes Frites auf der Speisekarte standen und manche Knaben die frittierten Kartoffelstäbchen schon für ein Nationalgericht hielten, kam uns die Abwechslung in Form von Pizza und Pasta mehr als gelegen. Ein Gutes hat die Sache: Keiner von uns wird wohl in den nächsten Wochen nach unserer Ankunft zu Hause nach irgendwelchem Fastfood mit Pommes fragen…
 
Nach diesem Konzert in Girona kehrten wir  unserem Quartier in Barcelona endgültig den Rücken und machten uns auf den Weg nach Castellon. Wieder einmal fielen Busreise und Konzert auf den gleichen Tag. Zwar ist dabei das Schlafen im Bus ein notwendiges Übel, doch wird an solchen Tagen die Mittagsruhe von Knaben- wie von Männerstimmen besonders gerne wahrgenommen.
 
Am Abend hatten wir dann zum letzten Mal die Noten von Vivaldi, Bach und die Krönungsmesse von Mozart in der Hand – zumindest auf dieser Reise. Und auch hier lieferten wir eine gute Leistung ab. Es macht Freude zu sehen, wie Chor, Orchester und auch die Solisten auf einer solchen Tournee nach und nach musikalisch als auch menschlich zusammenwachsen. Bei einem gemütlichem Feierabendbier oder -wein in der Hotellobby tauscht man sich über die gegenseitige Arbeit aus und entdeckt oft parallele, aber auch verschiedene Ansichten, über die es sich zu diskutieren lohnt.
 
Am nächsten Tag ging es Richtung Navarra – was bedeutete, die bei manchem noch nicht mal ganz geöffneten Koffer wieder möglichst platzsparend zu verstauen und die Plätze im mittlerweile schon ein wenig heimisch gewordenen Bus einzunehmen – es heißt nun mal Konzertreise. Und dieses Wort setzt sich eben aus den Auftritten und dem ständigen Unterwegssein zusammen. Dass Sightseeing wie auf einer Klassenfahrt eine sekundäre Rolle einnimmt, ist natürlich klar. Andererseits bekommt man durch den direkten Kontakt mit den Menschen abseits der Touristenmeilen einen ganz anderen Bezug zu Land und Leuten.
 
Endspurt! Mittlerweile sind wir in Pamplona angekommen. Morgen haben wir unser letztes Konzert mit der G-Dur Messe von Schubert und dem Requiem von Mozart. Wir hoffen, auf der Zielgeraden der Reise noch ein gutes Konzert über die Bühne bringen zu können und den Auftritt in Girona noch mal zu toppen!

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