Auf den Ernst des Singens vorbereitet
WINDSBACH. Mit dem Notenschlüssel kommt man in Windsbach fast in jedes Gespräch hinein, zieht sich die Musik doch wie eine endlose Partitur durch den Alltag vor Ort. Auch bei Elke Zimmermann: Sie ist zuständig für die Chorvorbereitung.
Unterhält man sich mit Elke Zimmermann, mag man gar nicht glauben, dass sie auch „richtig streng“ sein kann. Aber wenn sie einem von ihrer Aufgabe der Chorvorbereitung erzählt, wird klar, warum sie den zukünftigen Windsbachern nicht immer mit der Nachsicht begegnen kann und will, die ein Außenstehender im Ungang mit Kindern vielleicht für angebracht halten mag.
Ihr Sohn Joel war seit der dritten Klasse im Knabenchor und macht jetzt sein Abitur. In dieser Zeit kam auch der „Chef“ auf sie zu und fragte, ob sie nicht in Windsbach Instrumentalunterricht geben und sich in der Chorvorbereitung einbringen wolle. Das war vor mittlerweile neun Jahren – heute widmet sich Elke Zimmermann komplett der Chorvorbereitung, die einen hohen Stellenwert bekommen hat. Nicht zuletzt durch ihre Arbeit : Mit einer gesunden „Mischung aus Scherz und Strenge“, wie sie es selbst beschreibt, spannt sie die Brücke zu den Kindern. Und die haben Spaß an der erlernten Leistungsfähigkeit, die sie später im „großen“ Chor unter Beweis stellen dürfen.
Wer tagtäglich mit Musik zu tun hat, mag sich in seiner Freizeit nicht auch noch damit beschäftigen – könnte man meinen. Für Elke Zimmermann hingegen gehört die Musik auch zum Privatleben, setzt sie sich doch auch hier für die Pflege dieser Muse ein: Als Mitglied des Vereins „mundus artis“ und seines Beirats ist sie aktiv an der Gestaltung des Kulturlebens ihres Heimatortes Mörsach am Altmühlsee beteiligt. Der gemeinnützige Förderverein veranstaltet vor allem im Atelier von Elke Zimmermann und ihrem Ehemann Reinhard hochkarätige Konzerte, bei denen neben den Windsbachern auch schon viele andere namhafte Ensembles aufgetreten sind.
Und was macht Elke Zimmermann, wenn die Musik tatsächlich mal schweigt? Dann arbeitet sie als Bildhauerin im eigenen Atelierhaus mit Kunstgalerie. Die Auseinandersetzung mit Skulpturen und das Interesse an Bewegungsabläufen vor allem bei Tieren, mit denen Zimmermann sich schon in ihrer Jugendzeit beschäftigte, wurden für sie zum Auslöser für ihr plastisches Wirken mit dem Material Bronze. Auf ihrer Website www.atelier-zimmermann.de kann man die Kleinbronzen der Künstlerin, in denen sie komplexe Spannungssysteme einfängt und so charakteristische Momentaufnahmen formt, in Augenschein nehmen.
Sowohl die Atelierbesucher als auch die Liebhaber der Konzerte vor Ort können das bildnerische Œuvre der Zimmermanns an ihrer Wirkungsstätte erforschen. „Der Konzertsaal ist auch eine Ideenwerkstatt. In über 20 Jahren künstlerischer Arbeit entstand eine Fülle von Ausdrucksweisen und Formen, die die Fantasie des Betrachters herausfordern“, lädt Elke Zimmermann ein: „Schauen Sie hinter die Kulissen! In Ateliers wird demonstriert, wie und wo Kunst eigentlich gemacht wird.“ Von der Idee bis zum fertigen Werk kann man hier den Zauber der Miniatur, die gewaltige Bildwirkung von Monumentalmalereien bis zur futuristischen textilen Architektur und künstlerischen Innenarchitektur erleben.
Hier zieht die Pädagogin denn doch einen Trennstrich: Hat sie als bildende Künstlerin einen klaren Gedanken, den sie in ihrem Fall in Bronze fassen will, versteht sie ihre Aufgabe in Windsbach eher als ein Begegnen von und mit vielen jungen Individuen, die ganz verschiedene Wege gehen, hin zum großen Ziel – auch wenn sie lernen sollen, sich als Teil des Ganzen zu verstehen: „Die Arbeit mit den Kindern hat viel mit Psychologie zu tun. Das zu beobachten und mitzugestalten ist unheimlich spannend.“
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