„Wir brauchen Jungen, die sehr gerne singen“
Frage: Wie ist der Windsbacher Knabenchor aktuell aufgestellt?
Karl-Friedrich Beringer: Im Augenblick können wir wirklich nicht klagen. Der Chor ist in allen Stimmen bestens besetzt. Derzeit singen im Probenchor, also bei den täglichen Gesamtproben, 105 Sänger!
Frage: Konnten aus dem Vorsingen im vergangenen Jahr gute Chorsänger gewonnen werden?
Karl-Friedrich Beringer: Wir konnten bereits im Dezember letzten Jahres einige „Neulinge“ in den Probenchor aufnehmen. Nach Weihnachten war es dann eine größere Gruppe. Allerdings sind auch etliche aus Heimwehgründen oder weil es ihnen schon in der Vorbereitung zu „stressig“ war aus dem Chor ausgeschieden.
Frage: Das erste Vorsingen 2010 liegt hinter Ihnen – mit welchem Erfolg?
Karl-Friedrich Beringer: Die erste Eignungsprüfung Ende Februar war leider nicht so sehr erfolgreich. Es waren sehr wenige Anmeldungen – und diejenigen, die zum Vorsingen kamen, waren in der Mehrzahl für unsere Anforderungen nicht geeignet. Wir hoffen daher sehr, dass die Eignungsprüfungen am Wochenende 24. und 25. April für uns ergiebiger sind.
Frage: Wie werden die Interessenten eigentlich auf die Termine aufmerksam?
Karl-Friedrich Beringer: Seit vielen Jahren werben wir über die Grund- und Musikschulen, Dekanate und Pfarrämter – aber auch über Zeitungsinserate oder spezielle Zeitungsartikel. In den letzten Jahren ist unser Internetauftritt sehr wichtig geworden. Inzwischen ist der Anteil an Familien und auch Kindern, die über das Internet auf den Chor aufmerksam geworden sind und sich bei uns melden, immer größer geworden.
Frage: Wer sollte sich eigentlich angesprochen fühlen?
Karl-Friedrich Beringer: Ein Kind, das mal aus Lust und Laune in einem Internat leben und gleichzeitig in einem Chor singen möchte – mal einfach so – ist bei uns mit Sicherheit am flaschen Platz! Wir brauchen Jungen, die sehr gerne singen und musizieren und vor allem Freude und Begeisterung an intensiver chorischer Ausbildung und Qualität haben. Hier wird – wie im jugendlichen Hochleistungssport – intensiv „trainiert“ und jedes Werk technisch und musikalisch erarbeitet. Natürlich wird ein Junge im Alter von acht bis zehn Jahren anfangs kaum abschätzen können, was auf ihn zukommt. Deshalb ist es für uns heute wichtiger denn je, dass Eltern diese spezielle Arbeit und Ausbildung in einem solchen Chor mittragen und wirklich bejahen.
Frage: Nach Windsbach kommen selten Überflieger oder Wunderknaben. Wie wird mit den Knaben gearbeitet?
Karl-Friedrich Beringer: Bei guter Eignung werden die jungen Chorsänger in Stimmbildung und Vorbereitungsgruppen – also Notenlehre, Gehörbildung etc. – für die tägliche Probenarbeit und die damit verbundenen Anforderungen im Windsbacher Knabenchor ausgebildet.
Frage: Mit welchem Erfolg? Können auch aus anfangs stimmlich eher mäßig begabt scheinenden Sängern gute Windsbacher werden?
Karl-Friedrich Beringer: Das kommt ganz auf den Einsatz und auch den Ehrgeiz des jeweiligen Sängers an. Mit dem „alleinigen Hiersein in Windsbach“ wird man kaum Erfolg haben. Etliche Sänger haben ihr anfängliches „sängerisches Defizit“ dadurch wunderbar wettgemacht, indem sie wirklich, teils mit schon erfahrenen Chorsängern, täglich geübt und trainiert haben, und zwar in ihrer Freizeit! Fleiß kann also nie schaden...
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