„Dass Sie da sind, motiviert uns!“

WINDSBACH. Zum letzten Wochenende im April hatte die Fördergesellschaft Windsbacher Knabenchor zu ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung ins Chorzentrum eingeladen. Nach einem Kurzkonzert des Chores und gemeinsamen Mittagessen ging man in medias res.
 
 Einer der vielleicht wichtigsten Sätze dieses Nachmittags kam von Chorleiter Karl-Friedrich Beringer: „Egal wie hoch Ihre Spenden oder der jeweilige Jahresbeitrag auch ist – allein, dass Sie als Mitglied der Fördergesellschaft da sind, ist für meine Sänger und mich motivierend. Dass Sie zu diesem Chor stehen, beflügelt uns.“
 
Doch da der Künstler vom reinen Applaus nicht zu leben vermag, ist auch der Windsbacher Knabenchor auf die Unterstützung seiner Freunde angewiesen. Und so erwies sich die Fördergesellschaft auch im vergangenen Jahr wieder als wichtige Stütze der Arbeit vor Ort: Mit namhaften Summen trug sie den Chor als Geldgeber für Stipendien (44.500,- Euro) und als Finanzier der Nachhilfe vor Ort (1.506,- Euro). Auch stellte sie mit 18.500,- Euro die Mittel zur Bezahlung einer pädagogischen Praktikantin zur Verfügung.
 
Derzeit engagieren sich mit 851 Mitgliedern, 41 individuellen Spendern und 15 Interessenten 907 aktive Unterstützer in der Fördergesellschaft Windsbacher Knabenchor. Deren Vorsitzender Peter Heckel dankte für die erwiesene Treue und betonte die Wichtigkeit, die gemeinsame Arbeit durch einen Zuwachs an Mitgliedern zu festigen. Ohne die Stipendien könnten es sich viele Familien nicht leisten, ihr begabtes Kind nach Windsbach zu schicken.
 
Davon sprach auch Internatsdirektor Thomas Miederer, der die aktuellen Anmeldezahlen bedenklich nannte. Derzeit habe man nur ein Drittel neue Schüler von der Anzahl, die das Internat brauche, um kostendeckend arbeiten zu können: „Jeder, der heute nicht kommt, fehlt uns in den nächsten acht Jahren.“
 
In seinem Bericht erwähnte Miederer auch den Paradigmenwechsel in der pädagogischen Arbeit. Seien vor Jahren eher die Schulpädagogen im Erzieherstab in der Überzahl gewesene, fänden sich dort aktuell bis auf eine Ausnahme aus finanziellen Gründen nurmehr Erzieher und Sozialpädagogen. Dies habe auch Auswirkungen auf die schulische Unterstützung vor Ort. Hier sei die Nachhilfe-Finanzierung durch die Fördergesellschaft ein wichtiger Beitrag.
 
Karl-Friedrich Beringer berichtete von den Herausforderungen im neuen Schuljahr, das den Chor mit einem tollen Konzertplan sowie einer Spanien-Tournee erwarte. Seit Jahren gebe es in Windsbach eine gut funktionierende Vernetzung von Chor und Internat, wofür er sehr dankbar sei. Der kritischen Nachwuchssituation wolle man mit einem gerade abgedrehten Imagefilm begegnen und erhoffe sich dadurch positive Impulse auch im Hinblick auf das Jahr 2011, in dem sich erstmals die Konsequenzen der neuen G8-Regelung an bayerischen Gymnasien in ihrer vollen Härte in Windsbach zeigen würden: „Da werden uns rund 35 Männerstimmen fehlen.“ An der Finanzierung des Imagefilms will sich die Fördergesellschaft beteiligen. Optisch fällt ihr Engagement des vergangenen Schuljahres auch an den großformatigen Fotos im Chorzentrum ins Auge – auch hierfür dankte Beringer herzlich.
 
Herbert Kempf ist als stellvertretender Vorsitzender der Fördergesellschaft verantwortlich für deren Online-Auftritt, über den man bereits neue Mitglieder habe gewinnen können: „2008 waren es 24 und 2009 bis jetzt neun.“ Dabei erwähnte er auch das Einsparungspotenzial, das die Verschickung der Rundbriefe per E-Mail beinhalte und warb dafür, der Fördergesellschaft die entsprechenden Daten mitzuteilen. In Kempfs Zuständigkeit fällt auch die Planung der „Begleitreisen“, die die Mitglieder am 7. und 8. November nach Dresden sowie vom 14. bis zum 17. Mai nach Spanien führen können.
 
Mit der Bitte um nicht nachlassende Bereitschaft, den Windsbacher Knabenchor über die Fördergesellschaft auch in Zukunft finanziell und ideell zu unterstützen schloss Peter Heckel die Jahreshauptversammlung 2009, nicht ohne seinen Vorstandsmitgliedern, allen voran der früheren Chormutter Felicitas Häßlein, für die stets reibungslose Zusammenarbeit zu danken.
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