Windsbacher im Konzert
Pressestimmen
-
27.07.2010Singende Sonnen
Bamberg: Mahler 8. Symphonie
"Bei Mahler gibt es keine Halbheiten. Seine Musik wagt das Äußerste, um Grenzen des künstlerischen Ausdrucks auszuloten und an letzte Fragen zu rühren. (...) Mehr als für jedes andere Werk Mahlers gilt das für die achte Symphonie, die er selbst für sein Opus maximum hielt. Darin beginne buchstäblich das Universum zu singen: "Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen." Im Rahmen ihrer Mahlers späten Werken ab 1906 gewidmeten Biennale begaben sich jetzt die Bamberger Symphoniker mitsamt Heerscharen von Sängern auf eine solche Sternenreise. Und Chefdirigent Jonathan Nott tat, was vor genau hundert Jahren schon der Komponist bei der Uraufführung seiner tönenden Sphärenmusik getan hatte: Er setzte vom ersten Moment an auf emotionale Überwältigung. Dieser Gesang des Kosmos will nämlich nicht genossen werden wie ein Streichquartett, sondern muss mit seiner Botschaft von der universalen Kraft der Liebe in jedem Augenblick zu jedem einzelnen Hörer sprechen. Mit ebendieser Dringlichkeit agierten die drei Chöre aus Bamberg, Brünn und Windsbach bereits im eröffnenden Hymnus, ohne dass die hier intendierte Kollektiv-Ekstase zum gemeinschaftlichen Schreien ausuferte. Wie lieblich Mahlers Planeten tönen können, zeigte umso mehr der "Faust"- Schluss (...). Nott fasste die Musik in überzeugender Weise dramatisch und imaginär szenisch auf; gleichzeitig spannte er jedoch den symphonischen Bogen derart stringent bis zum finalen Chorus mysticus, dass es Hörer wie Mitwirkende vor Begeisterung von den Plätzen hob. Mahler hätte sich verstanden gefühlt." FAZ 26.07.2010
-
17.07.2010Kleiner Tod mitten im Leben
Dresden - Vivaldi, Bach, Schubert
Zuletzt trat der Chor in der Frauenkirche im November mit einem a-cappella-Programm auf. Diesmal mischte sich sein gerühmter Klang als stark und klar leuchtende Farbe unter Instrumente und Vokalsoli... Die schönste Stimme aber gehörte den Windsbachern mit einem fast unwirklich homogenen, an der Harmonie orientierten Klang, der dennoch stets genügend Raum fur den Text bot. Wohl gehörten die Männerstiinmen, die im Fortissimo leicht hervortraten, jenen, die an diesem Abend zum letzten Mal dort sangen und bei der Rose zum Abschied hemmungslos in Tränen ausbrachen... Es muss wie ein kleiner Tod sein, plötzlich nicht mehr in diesem Chor zu singen.
(Karsten Blüthgen, Sächsische Zeitung)
-
16.07.2010Eine starke organische Einheit
Rheingau Festival / Kloster Eberbach - Vivaldi, Bach, Schubert
"Zunächst zeigten die Jungs aus Mittelfranken in Vivaldis strahlendem Gloria D-Dur eine technisch tadellose Leistung und großen sängerischen Zusammenhalt. Besonders in den mitreißenden Fugen «Gratias agimus tibi» und «Cum sancto spiritu» wurde daraus eine starke organische Einheit, für die der langjährige Chorleiter Karl-Friedrich Beringer verantwortlich war... Rund und kompakt zeigte sich nach der Pause Schuberts kurze G-Dur-Messe, eine klangvolle, aber in der normalen Messfeier durchaus praktikable Komposition. Besonders in Gloria und Credo vermittelte der Knabenchor stimmungsvolle Momente, wobei die Stimmfülle der Knabensoprane und -alte besonders angenehm im Ohr lag. Das in getragener Klangschönheit hervorgebrachte Agnus Dei bescherte einen ruhigen, stimmungsvollen Ausklang – ein ungewöhnlicher Kontrast, der den Reiz dieses Konzertes noch verstärkte."
(Frankfurter Neue Presse)
- 1 von 8
- ››